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Ein Flop, der Spaß macht: Netflix präsentiert Fantasy-Film

Netflix bringt einen als Flop gehandelten Fantasy-Film ins Abo-Angebot. Statt einer geschönten Fassade bietet der Streifen eine charmante, wenn auch missratene Reise.

Von Maximilian Vogel11. August 20263 Min Lesezeit
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Netflix bringt einen als Flop gehandelten Fantasy-Film ins Abo-Angebot. Statt einer geschönten Fassade bietet der Streifen eine charmante, wenn auch missratene Reise.

Netflix hat kürzlich seine neue Strategie zur Auffrischung des Katalogs vorgestellt. In einem erfrischend unkonventionellen Schritt bringt der Streaming-Riese einen Fantasy-Film, der laut den meisten Kritiken als einer der größten Flops des vergangenen Jahres gilt, ins Abo-Angebot. Titel und Inhalt sind zwar nicht der Rede wert, dennoch erregt dieser vermeintliche Fehlschlag bereits beim ersten Blick auf den Bildschirm die Gemüter. Schließlich stellt sich die Frage: Gilt der Spruch "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung" auch für Filme?

Die Rede ist von „Der Zauberwald“, einer von vielen Produktionen, die in der schier unendlichen Flut von Filmveröffentlichungen in den letzten Jahren ein Schattendasein fristen. Mit einer immer größer werdenden Konkurrenz ist es keine kleine Leistung, in den Annalen vergessen zu werden. Doch in der Welt von Netflix könnte dies genau die Art von Aufmerksamkeit erzeugen, die den Film aus dem Schatten heraus zieht. Und so haben die Macher beschlossen, das Werk der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ein gewagter, aber auch herzlicher Schritt.

Kritiker, die den Film mit hämischem Blick beäugten, verpassten es offenbar, die skurrilen Nuancen und die charmanten Fehltritte zu würdigen. Der Film erzählt die Geschichte des ungeschickten Magiers Finn, der in einem Reich voller zauberhafter Kreaturen versucht, seine Fähigkeiten zu beweisen. Die schockierenden Effekte, die einen eher unfreiwilligen Humor erzeugen, wurden nicht nur als Zeichen mangelhafter Produktion, sondern auch als potenzieller Kultklassiker angesehen. „Der Zauberwald“ ist der Beweis dafür, dass ein Film, der zunächst als gescheitert gilt, in einem anderen Licht erscheinen kann, wenn man ihn mit der richtigen Einstellung betrachtet.

Ein weniger offensichtlich fataler Fehler steckt im Drehbuch. Der Hauptcharakter wechselt plötzlich zwischen epischen Höhen und beispiellosen Tiefen – es wäre gewagt zu sagen, dass der Erzähler selbst nicht ganz sicher war, wo die Reise hingehen sollte. Dennoch könnte gerade diese Unberechenbarkeit einen gewissen Reiz ausüben. Wer braucht schon klare, geradlinige Geschichten in Zeiten von Streaming-Plattformen, die sich um den Umsatz scheren? Oft wird den Zuschauern ein großes Budget und starbesetzte Produktionen als Standard präsentiert – und dabei geht das wahre Wesen des Erzählens, die Menschlichkeit, verloren.

In einer Zeit, in der jeder zweite Film das Wort "episch" im Titel trägt, hebt sich „Der Zauberwald“ durch seine unabsichtliche Absurdität von der Masse ab. Es ist fast so, als ob die Macher des Films die logischen Grenzen des Genres getestet haben wollten und gerne dabei zusahen, wie es an der Wand zerschellt. Ein Traum für jeden, der das Ungewöhnliche sucht. Der Film hat das Potenzial, Zuschauer zu scharen, die den besonderen Reiz der ungewollten Komik entdecken möchten. Mit jedem gescheiterten Zauber und jeder unbeholfenen Begegnung wird klar, dass hier die Menschlichkeit auf unkonventionelle Weise zelebriert wird.

Der Streamingdienst hat in den letzten Jahren mit einer Flut von Inhalten um sich geworfen, aber die Fähigkeit, auch mutige Entscheidungen zu treffen, steht nicht unbedingt im Vordergrund. Netflix hat es bisher geschafft, durchgängig ein Angebot zu schaffen, das für alle Geschmäcker etwas bereithält. Mit „Der Zauberwald“ öffnet sich eine Tür zu den unkonventionellen Seiten der Filmkunst. Wer das Format des "Schlechtesten Films aller Zeiten" schätzt, findet hier genau das, was er sucht. Und mit einem gemütlichen Glas Wein oder einer Tüte Chips wird jeder Abend zur Premiere eines kleinen Meisterwerks.

Ob die Zuschauer diesen Film als ironische Perle oder als verunglückte Produktion abtun, bleibt jedem selbst überlassen. Dies ist der Zauber eines Flops, der zum unerwarteten Erlebnis wird. Wie eine gute alte Flasche Wein: Man weiß nie, was einen erwartet – manchmal entdeckt man die besten Tropfen, wenn man am wenigsten danach sucht. So kommt es, dass „Der Zauberwald“ trotz seines Status als gefloppte Produktion durch eine charmante Art bestechen kann, die ein Lächeln auf die Gesichter der Zuschauer zaubert.

Netflix hat, vielleicht in einem Akt des Kulturangebots, einen Film ins Rampenlicht gerückt, der weit mehr als nur ein gescheiterter Versuch ist. Die Ironie der Sache ist, dass dies der wahre Zauber ist: Ein Film, der nicht unbedingt alles richtig macht, kann dennoch viel Freude bereiten.

Bei all den perfekt inszenierten Blockbustern und den rigorosen Streitereien um die Qualität von Inhalten bleibt die Frage: Wer entscheidet eigentlich, was gut ist? „Der Zauberwald“ könnte das Gesuchte sein, um das Publikum daran zu erinnern, dass nicht alles, was strahlend glänzt, auch ein Hit ist. Manchmal kann auch der Flop sein ganz eigener, ganz besonderer Erfolg sein.

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